Organic Energy statt Abfallwirtschaft

von Redaktion | April 2019 | Ressourcen

Die Natur funktioniert nach einem genialen Kreislaufprinzip: Alles, was wächst und anschließend vergeht, sichert zugleich wieder das Überleben der nächsten Generation. Dieses Prinzip, mit der die Natur ihr Überleben sichert, könnte sich auch der Mensch wieder mehr zu eigen machen. Das Wissen und die nötige Technologie dafür hat er bereits zur Hand …

Die Natur führt alles im Kreislauf. „Abfall“ gibt es in der Natur nicht, weil alles Organische wieder zur Grundlage für einen neuen Organismus wird. Das beste Beispiel ist der Kreislauf im Boden: Selbst wenn eine Pflanze stirbt, liefert sie mit Hilfe der Mikroorganismen im Boden noch wertvolle Nährstoffe für die nächste Generation von Pflanzen – und hilft langfristig beim Aufbau von fruchtbarem Boden und beim Erhalt des Ökosystems.

 

Den natürlichen Kreislauf stärken

Wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen, dann ist das nur mit einem höheren Wirkungsgrad unserer Systeme möglich, das heißt: Dieser Kreislauf muss gestärkt werden. Möglichst viel des organischen Materials, das dem Boden in Form von Nahrung vom Menschen entnommen wird, muss auch wieder zurückgeführt werden – ganz egal, ob es konkret der vielerorts vorhandene Gartenabfall, Hauskompost oder die großen Mengen von Lebensmittelabfällen sind, die weltweit anfallen. Indem organische Reststoffe etwa als Kompost zurück in den natürlichen Kreislauf geschleust werden anstatt deponiert oder verbrannt, etc., wird der natürliche Kreislauf wieder geschlossen. Die positiven Effekte liegen auf der Hand: Die Verdauungskraft des Bodens wird ebenso gestärkt wie seine wichtige Funktion als Wasser- und CO2-Speicher. Und das ist gut für unsere Umwelt und das Klima.

 

Organisches Material sinnvoll verwerten

Über das Wissen und die nötige Technologie, die es braucht, um große Mengen organischen Materials dem Boden wieder zuzuführen anstatt sie zu entsorgen, verfügen wir bereits. Ein mögliches Verfahren für eine zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft ist die Trockenfermentation. Mit ihr kann einerseits aus unterschiedlichsten biogenen Reststoffen wertvolle Energie in Form von Biogas gewonnen werden. Das zweite Endprodukt der Trockenfermentation ist wertvoller Rohkompost. Dafür wird in einem speziellen dreistufigen Verfahren das Ausgangsmaterial teils unter anaeroben Bedingungen und bei Temperierung vergoren. Im Gegensatz zur offenen Kompostierung, die entsprechend lange dauert, wird hier Rohkompost bereits in wenigen Wochen gebildet. Um hochwertigen Kompost für den Humusaufbau des Ackerbodens zu werden, muss er lediglich noch einige Zeit in die Nachrotte.

 

Im großen Maßstab gedacht

Die Trockenfermentation ist ein Verfahren, mit dem der natürliche Kreislauf geschlossen, der Boden sukzessive und auf schnellem Weg verbessert und dem Klimawandel Paroli geboten werden kann. Dabei macht es auch Sinn, im großen Maßstab zu denken. Dem Klimawandel kann man schließlich nicht punktuell begegnen, da bedarf es schon der Indienstnahme der großen Landflächen und nicht zuletzt einer gemeinsamen Anstrengung von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.

Wie kann eine zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft funktionieren?

Was sind Ihre Lösungen und Ideen? Lassen Sie es uns wissen!

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